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Expertenwissen zu Digitalisierung & Automatisierung von Geschäftsprozessen

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In welchen Ländern kommt die E-Rechnungspflicht für B2B?

Themen: E-Rechnungspflicht | X- und E-Rechnung

In welchen Ländern kommt die E-Rechnungspflicht für B2B?

 

Aktualisiert am 08.11.2022

Wenn in der Vergangenheit die Rede von der E-Rechnungspflicht war, lag das Augenmerk bisher auf den öffentlichen Auftraggebern. Konkret ging es um die Erfüllung der Vorgaben aus der EU-Richtlinie 2014/55/EU. Aus dieser ging hervor, dass alle öffentliche Auftraggeber in der EU in der Lage sein müssen, maschinenlesbare E-Rechnungen anzunehmen und zu verarbeiten. Die meisten öffentlichen Auftraggeber in Deutschland haben die Umsetzung dieser Vorgaben in den Jahren 2018 bis 2020 abgeschlossen, denn April 2020 war die finale Deadline, die sich aus der EU-Richtlinie ergab.

Die genannte EU-Richtlinie hatte nur öffentliche Auftraggeber im Blick und bezog sich auch nur auf die Annahme von Rechnungen. In Deutschland sind einige Bundesländer sowie auch der Bund aber noch weiter gegangen: Sie haben ihren Lieferanten nicht nur die Einreichung von E-Rechnungen ermöglicht, sondern fordern sie inzwischen auch von diesen ein (In diesem Blogartikel ist ein kurzer Überblick, welche Bundesländer die E-Rechnung aktuell einfordern).

E-Rechnungspflicht unter neuem Vorzeichen

Zwischenzeitlich wurde die Diskussion um die E-Rechnung in Deutschland stiller, jetzt nimmt sie aber wieder an Fahrt auf – unter völlig anderem Vorzeichen. Viele Staaten, insbesondere in Südamerika, setzen bereits seit Jahren auf eine umfassende E-Rechnungspflicht (d.h. auch für B2B und B2C), um dem Umsatzsteuerbetrug zu begegnen.

Dieser Trend kommt jetzt auch nach Europa. Vorreiter war Italien, das bereits Anfang 2019 eine umfassende E-Rechnungspflicht als Bestandteil eines digitalen Echtzeit-Steuerreportings (auch CTC genannt: Continuous Transaction Control) einführte und dadurch jährlich zusätzliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe generieren kann.

Diesen Beispielen folgen inzwischen weitere Länder. Nachfolgend ist dargestellt, welche Länder bereits eine umfassende E-Rechnungspflicht eingeführt haben oder planen diese einzuführen (keine Gewähr auf Vollständigkeit oder Aktualität):

Albanien

Seit 2021 sind E-Rechnungen Pflicht und müssen zentral eingereicht werden.

Argentinien

In Argentinien gilt seit 2019 eine E-Rechnungspflicht für Unternehmen.

Belgien

Belgien plant, die Verpflichtung zur elektronischen Rechnungsstellung zwischen 2023 und 2024 schrittweise einzuführen.

Brasilien

Brasilien hat 2008 mit der Einführung der E-Rechnung begonnen, inzwischen besteht eine umfassende Pflicht.

Chile

Bereits 2003 hat Chile mit der Einführung der E-Rechnung begonnen, seit 2018 besteht eine umfassende Pflicht für alle Unternehmen.

Costa Rica

2018 wurde die E-Rechnung in Costa Rica zur Pflicht.

Dänemark

Eine E-Rechnungspflicht im B2B soll ab Januar 2024 eingeführt werden und ab Januar 2026 umfassenden gelten.

Deutschland

Im Koalitionsvertrag hat die Ampel-Regierung Ende 2021 angekündigt, ein bundesweit einheitliches elektronisches Meldesystem für Rechnungen einzuführen. Dies soll „schnellstmöglich“ passieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Zeithorizont gestaltet, die Richtung ist aber klar. (Weitere Informationen dazu in diesem Blogartikel).

Europäische Union

Im März 2022 hat das EU-Parlament die EU-Kommission beauftragt, sich mit den Themen Realtime-Reporting sowie einer möglichen EU-weiten Verpflichtung zur E-Rechnung zu beschäftigen. Die Ergebnisse sind noch offen. (In diesem Blogartikel ist die Situation näher erläutert).

Frankreich

In Frankreich wurde die Einführung einer E-Rechnungspflicht beschlossen. Die Verpflichtung greift gestaffelt, zuerst sind große Unternehmen ab Juli 2024 verpflichtet, 6 Monate später gilt die Pflicht für mittlere Unternehmen und weitere 12 Monate später dann für alle Unternehmen.

Indien

Indien hat 2020 mit der schrittweisen Einführung einer E-Rechnungspflicht begonnen. Zuerst waren nur Großunternehmen betroffen, stufenweise wurde die Umsatzschwelle gesenkt, ab der Unternehmen zur E-Rechnung verpflichtet sind. Aktuell sind Kleinstunternehmen noch nicht verpflichtet.

Indonesien

Seit 2015 bzw. 2016 ist die E-Rechnung für alle Unternehmen in Indonesien Pflicht.

Italien

Italien war Vorreiter in Europa und hat Anfang 2019 eine umfassende E-Rechnungspflicht für alle Unternehmen eingeführt. (Die ersten Erfahrungen aus Italien sind in diesem Blogartikel zusammengefasst).

Kasachstan

In Kasachstan wurde die E-Rechnung bereits 2019 zur Pflicht.

Kolumbien

Die elektronische Rechnungsstellung ist für alle Unternehmen in Kolumbien Pflicht.

Mexiko

2004 wurde das E-Rechnungssystem CFDI (Comprobante Fiscal Digital a través de Internet) in Mexiko eingeführt und ist seit 2014 Pflicht.

Peru

Zwischen 2017 und 2022 wurde in Peru schrittweise eine E-Rechnungspflicht eingeführt.

Polen

Seit Anfang 2022 können Unternehmen das staatliche System zum digitalen Rechnungsaustausch bereits nutzen. Ab 2024 wird die Nutzung des Systems Pflicht – und damit auch die E-Rechnung (ursprünglich war April 2023 als Datum geplant, dies wurde verschoben).

Serbien

Ab Januar 2023 wird die E-Rechnung im B2B-Bereich zur Pflicht.

Slowakei

Ab Anfang 2023 ist die E-Rechnung Pflicht bei Geschäften mit öffentlichen Auftraggebern. Voraussichtlich in 2024 wird die Pflicht auch auf B2B ausgeweitet.

Spanien

Im Februar 2022 wurde ein Gesetzentwurf vorgelegt zur Einführung der E-Rechnungspflicht im B2B, die Verabschiedung ist noch offen.

Südkorea

Die Pflicht zur E-Rechnung als Bestandteil des digitalen Echtzeitsteuerreportings wurde in Südkorea bereits 2011 für große Unternehmen eingeführt. In 2022 wurde der Schwellwert des Jahresumsatzes, ab dem Unternehmen verpflichtet sind, gesenkt, eine weitere Senkung ist für 2023 geplant.

Ungarn

Die E-Rechnung an sich ist in Ungarn zwar nicht Pflicht, dafür müssen Unternehmen aber innerhalb von 24 Stunden alle Rechnungen elektronisch an das zuständige Steueramt senden.

Vietnam

Seit Juli 2022 sind E-Rechnungen in Vietnam für alle Transaktionen verpflichtend.

Autor

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Dina Haack

Dina Haack ist seit mehr als 10 Jahren in der B2B-Softwarebranche zu Hause. Bei der weltweit tätigen xSuite Group aus Ahrensburg verantwortet sie das Marketing. Thematisch befasst sie sich im Schwerpunkt mit SAP-integrierten Geschäftsprozessen sowie den zukunftsweisenden E-Rechnungen. Den Weg in die Cloud hat sie dabei schon längst gefunden. Seit Februar 2022 ist Dina außerdem Vorsitzende des Bitkom-Arbeitskreises Digital Office Services & Cloud.

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